Artenschutz und Ökosystemschutz im Instrumentenbau

Tonhölzer der tropischen Regenwälder

Als Gitarren- und Bassbauer ist man immer auf der Suche nach Hölzern die dem Instrument den gewünschten Klang und seine einzigartige Optik verleihen. Kein Stück Holz ist von Maserung, oder Färbung wie das andere. Die reichhaltigsten Variationen finden sich bei den tropischen Hölzern und es ist verlockend, sich dieser zu bedienen.

Lange glaubte ich, die Nutzung der relativ geringen Mengen an tropischen Hölzern, die zur Herstellung von Musikinstrumenten herangezogen werden, sei unproblematisch. Insbesondere sind die Mengen, die wir kleinen Manufakturen verbrauchen, fast verschwindend gering. Das mag auch alles richtig sein, wenn man es isoliert betrachtet. Aber kann man das? Ich denke, nein.

Artenschutzabkommen wie CITES haben zum Ziel, gefärdete Arten vor der Ausrottung zu bewahren. Aber eine Spezies ist nicht effektiv zu schützen, wenn nicht auch das Ökosystem geschützt wird, das sie beheimatet.

Wenn tropische Hölzer zum Beispiel in der Herstellung von Gitarren und Bässen verwendet werden, sind die Musikinstrumentenhersteller in ihrer Gesamtheit, ein Nachfrager nach der Ressource Regenwald.

Holz ist nicht der einzige Rohstoff, den die tropischen Regenwälder zu bieten haben. Weide- und andere Agrarflächen, Bodenschätze, Plantagen, und Siedlungsfläche. Die Nachfrage wird bedient und die Waldflächen werden dezimiert, verschwinden.

Wenn wir keine tropischen Hölzer mehr für die Herstellung unserer Gitarren und Bässe verwenden, rettet das alleine zwar nicht den Regenwald. Aber es ist eine Frage der Ethik und des Umdenkens, ob man ein Teil der Zerstörung der Regenwälder sein möchte, oder ob man gerade das nicht will. Ob es nicht besser ist, seinen Teil dazu beizutragen, diese einzigartigen, vielgestaltigen und für das Erdklima essentiellen Ökosysteme zu erhalten.

Patrick Roller, Zupfinstrumentenmacher, Dipl. Geograph und Geoökologe.

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